Die Mausefalle (1994):


"The mousetrap" von Agatha Christie
ins Deutsche übertragen von Horst Willems

Wehe, wer den Täter verrät!
In diesem Jahr hat sich die "Gossauer Bühne" für ihre Aufführung einen Krimiklassiker ausgesucht-" Die Mausefalle" von Agatha Christie. Seit mehr als dreissig Jahren(!) läuft das Stück ohne Unterbruch in London, und auch Schweizer Profi - und Amateurbühnen (zuletzt die "Kulisse Uster" vor einigen Jahren) haben das Stück schon mit Erfolg gespielt.
Uns hat das Stück einfach gefallen: Die Ambiance, die Zeit der Fünfzigerjahre, und nicht zuletzt der dramaturgische Aufbau des Stücks, der so typisch ist für die grosse Altmeisterin des Krimis. Seit dem Spätsommer haben wir ein- bis zweimal in der Woche Probe, in der letzten Zeit übrigens eher dreimal. Auch mehrere Wochenenden gingen mit Proben und auch dem Kulissenbau "drauf", denn diesmal ist das Bühnenbild -Sie werden es sehen - wirklich etwas Besonderes. Schliesslich ist man nicht alle Tage in einem englischen Herrensitz aus dem Mittelalter, der einmal ein Kloster war, zu Gast!
Das Stück ist nicht so turbulent wie Ietztes Jahr "Null Problem", aber die Unterströmung ist hochbrisant. Die äusserliche, typisch britische (oder auch schweizerische?) Zurückhaltung, der psychologische Druck, der sich plötzlich und unverhofft Luft schafft, die Frage von Schuld oder Unschuld, von Beweggründen zur Tat, von Dingen, die jede der Personen zu verbergen hat- das alles ist der Stoff, aus dem die Krimis von Agatha Christie gemacht sind. Hier läuft das alles viel subtiler, aber unter Umständen genauso tödlich, ab.
Die Darstellerinnen und Darsteller der Rollen sind diesmal besonders herausgefordert, eben durch das Hintergründige, das Subtile. Auf jeder Probe entdecken wir Neues, sind wir immer wieder überrascht, wie sehr doch jeder Satz von der guten, alten Lady durchdacht ist. Ganz zu schweigen natürlich vom Schluss, dem absoluten Gag des Stückes ...
Wir haben allen an dieser Produktion Beteiligten unter Androhung der strengsten Strafen (von Prügelstrafen bis hin zum absoluten Beizenverbot im ganzen Oberland) untersagt, auch nur ein Wort über den Ausgang, den Gag des Stücks, verlauten zu lassen. Am liebsten würden wir diese Strafen nun auch dem Publikum androhen, schliesslich gibt es ja noch weitere Vorstellungen! Aber das geht natürlich nicht, liebe Zuschauerinnen und Zuschauer, schliesslich wollen wir, dass ihr auch nächstes Jahr wieder kommt! Daher formulieren wir diese Drohung nun in eine ganz liebe Bitte um: Bitte, bitte, verratet niemandem, aber auch ganz bestimmt keinem, wer es war!!! Unser Dank ist euch gewiss, liebes Publikum - in der Form von weiteren Aufführungen für euch.
Und noch etwas: Wie immer sorgen wir ausser für Spannung auch für das leibliche Wohl der Theaterbesucher. Auch diesmal haben wir die Getränkekarte ein bisschen auf die Ambiance des Stücks zugeschnitten. Aber keine Angst: Gift wird bei uns nicht serviert! Sie können sich also beruhigt dem Angebot an der Bar und in der Küche widmen ...
Wie heisst es so schön? "Wir wünschen Ihnen spannende Unterhaltung!"

Dagmar Loubier (Regisseurin)