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"The mousetrap" von Agatha Christie
ins Deutsche übertragen von Horst Willems
Wehe, wer den Täter verrät!
In diesem Jahr hat sich die "Gossauer Bühne" für ihre Aufführung einen Krimiklassiker
ausgesucht-" Die Mausefalle" von Agatha Christie. Seit mehr als dreissig Jahren(!)
läuft das Stück ohne Unterbruch in London, und auch Schweizer Profi - und Amateurbühnen
(zuletzt die "Kulisse Uster" vor einigen Jahren) haben das Stück schon mit Erfolg
gespielt.
Uns hat das Stück einfach gefallen: Die Ambiance, die Zeit der Fünfzigerjahre, und
nicht zuletzt der dramaturgische Aufbau des Stücks, der so typisch ist für die grosse
Altmeisterin des Krimis. Seit dem Spätsommer haben wir ein- bis zweimal in der Woche
Probe, in der letzten Zeit übrigens eher dreimal. Auch mehrere Wochenenden gingen mit
Proben und auch dem Kulissenbau "drauf", denn diesmal ist das Bühnenbild -Sie werden es
sehen - wirklich etwas Besonderes. Schliesslich ist man nicht alle Tage in einem
englischen Herrensitz aus dem Mittelalter, der einmal ein Kloster war, zu Gast!
Das Stück ist nicht so turbulent wie Ietztes Jahr "Null Problem", aber die Unterströmung
ist hochbrisant. Die äusserliche, typisch britische (oder auch schweizerische?)
Zurückhaltung, der psychologische Druck, der sich plötzlich und unverhofft Luft schafft,
die Frage von Schuld oder Unschuld, von Beweggründen zur Tat, von Dingen, die jede der
Personen zu verbergen hat- das alles ist der Stoff, aus dem die Krimis von Agatha
Christie gemacht sind. Hier läuft das alles viel subtiler, aber unter Umständen
genauso tödlich, ab.
Die Darstellerinnen und Darsteller der Rollen sind diesmal besonders herausgefordert,
eben durch das Hintergründige, das Subtile. Auf jeder Probe entdecken wir Neues, sind
wir immer wieder überrascht, wie sehr doch jeder Satz von der guten, alten Lady
durchdacht ist. Ganz zu schweigen natürlich vom Schluss, dem absoluten Gag des Stückes ...
Wir haben allen an dieser Produktion Beteiligten unter Androhung der strengsten Strafen
(von Prügelstrafen bis hin zum absoluten Beizenverbot im ganzen Oberland) untersagt,
auch nur ein Wort über den Ausgang, den Gag des Stücks, verlauten zu lassen.
Am liebsten würden wir diese Strafen nun auch dem Publikum androhen, schliesslich gibt
es ja noch weitere Vorstellungen! Aber das geht natürlich nicht, liebe Zuschauerinnen
und Zuschauer, schliesslich wollen wir, dass ihr auch nächstes Jahr wieder kommt!
Daher formulieren wir diese Drohung nun in eine ganz liebe Bitte um: Bitte, bitte,
verratet niemandem, aber auch ganz bestimmt keinem, wer es war!!! Unser Dank ist euch
gewiss, liebes Publikum - in der Form von weiteren Aufführungen für euch.
Und noch etwas: Wie immer sorgen wir ausser für Spannung auch für das leibliche Wohl
der Theaterbesucher. Auch diesmal haben wir die Getränkekarte ein bisschen auf die
Ambiance des Stücks zugeschnitten. Aber keine Angst: Gift wird bei uns nicht serviert!
Sie können sich also beruhigt dem Angebot an der Bar und in der Küche widmen ...
Wie heisst es so schön? "Wir wünschen Ihnen spannende Unterhaltung!"
Dagmar Loubier (Regisseurin)
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