Millionen mit Charme & Pistolen (1996):


E Fraue-Komödie i 4 Akte
vom Arthur Wüthrich

Mit den Waffen der Frau - na klar!
So viel gelacht wie an diesen Proben haben wir selten. Nicht, dass wir nicht gearbeitet hätten - oh doch, und sogar hart, aber um so herzlicher! Ein Stück, in dem vier Frauen in einer Frauen-WG die Hauptrollen spielen, dazu der Anfangsplot und die daraus entstehenden Verwicklungen - das Stück, mit dem wir es hier zu tun haben, ist geradezu prädestiniert dafür, dass jede und jeder einmal seine komische Ader ausleben darf...
Das fängt schon mit den verschiedenen Typen an. So viele Frauen es sind, so viele "weibliche Tricks" sind ihnen ins Rollenbuch geschrieben, und jede unserer Darstellerinnen ist ja auch noch eine eigenständige Persönlichkeit, die ganz eigene Noten mit ins Spiel bringt. Während die eine praktisch "auf der Rolle draufsitzt", wie man im Theaterjargon sagt, spielt eine andere einen völlig gegensätzlichen Typ Frau, eine andere wieder eine Mischform... Wie auch immer, wir hatten wahnsinnig viel Spass, diese vier "Typinnen" miteinander zu kreieren.
Und richtig lustig wurde es natürlich, als die Herren der Schöpfung mit dazukamen. Denn, wie man weiss: "Die Liebe, die Liebe ist eine Himmelsmacht!" Und da kann man (frau) auch einige Wunder erleben... und unser armer Liebhaber im Stück erlebte buchstäblich blaue Wunder: Haben Sie schon einmal unter einem Tisch geliebt? An dem man sich den Kopf anschlagen kann?
Ganz andere Probleme mit seiner Rollenarbeit hatte unser bewährter Gody als Bankdirektor. Sie werden erleben, warum. Er war für uns eine Quelle der Heiterkeit an den Proben, und ich kann mich gar nicht sattsehen daran, wie er seine schwierige Rolle meistert. Einer, der zuletzt, aber nicht als Lückenbüsser auftritt, ist Micha, der den Fahnder spielt, ohne den die ganze Sache eigentlich ganz anders ausginge. Micha ist bei der Gossauer Bühne "gastverpflichtet". Er ist ein waschechter Schauspielschüler aus Zürich und will die berühmten "Bretter" zu seinem Beruf machen. Bei uns darf er das - mit dem Segen seiner Schauspielschule bereits jetzt. Auch ohne Gage. Vielleicht weiss er jetzt aber, wie man schnell zu viel Geld kommt....
Geneigtes Publikum, Sie erwartet hier eine Boulevardkomödie, die von den Darstellerlnnen viel verlangt, die aber auch, wie oben erwähnt, sehr viel Freude und Spass gemacht hat bei der Probenarbeit. Einmal mehr sind wir - auch gestählt durch lange (und teilweise feucht-fröhliche) Proben-Wochenenden - zu einem richtigen Ensemble geworden. Trotz aller Aufregung und Nervosität vor allem in den Startlöchern vor der Premiere. Wir hoffen, dass dieser Ensemblegeist sich auch auf Sie überträgt, und dass Sie ebenso viel Spass haben am Zuschauen wie wir am Spielen.
PS: An alle Bankangestellten: Wir sind, wenn wir einzeln eine Bank betreten, harmlos. Sollten Sie aber einmal einem Damenquartett (oder sogar -quintett, falls die Regisseurin mitkommt) in einer Bank begegnen, in Overalls oder sogar mit Schnäuzen, dann heisst es aufpassen. Auch wenn wir anstatt der Überwachungskameras die Grünpflanzen verdecken.... Aber haben Sie keine Angst, unsere Schusswaffen sind nur Attrappen. Wir arbeiten mit den Waffen der Frauen! Und die sind viel gefährlicher.

Dagmar Loubier (Regisseurin)