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Komödie in 3 Akten
Dialektfassung von Peter Leu
Überarbeitet durch die Gossauer Bühne
Argan, ein Pariser Bürger, ist davon überzeugt, dass er schwer krank ist und in
ständiger Todesgefahr schwebt. Sein Hausarzt Purgon und der Apotheker Fleurant bestärken
ihn darin und beuten ihn nach Strich und Faden aus. Auch von seinen Familienangehörigen
verlangt Argan, dass sie seine Krankheit ernst nehmen. Seine zweite Frau, Béline, scheint
ihm diesen Wunsch vollends zu erfüllen. Doch das genügt ihm nicht. Am liebsten hätte Argan
einen Arzt in der Familie. So beschliesst er, seine Tochter aus erster Ehe mit dem jungen
Diafoirus, Doktor der Medizin, zu verheiraten. Doch Angélique liebt Cléante; standhaft
weigert sie sich, den lächerlichen Mediziner zu ehelichen. Ihre Zofe Toinette unterstützt
sie darin. Argan gerät über den Ungehorsam seiner Tochter in fürchterlichen Zorn. Béline
mischt sich in den Streit ein, und bei dieser Gelegenheit stellt sich heraus, dass sie
Argan nur aus Habgier geheiratet hat.
Inzwischen hat Cléante von der Gefahr, die der beiden Liebe droht, erfahren. Er
schmuggelt sich als Musiklehrer verkleidet in das Haus Argans ein. Argan jedoch entdeckt
die Maskerade und ist entschlossener denn je, seine Tochter mit dem Mediziner zu
verkuppeln.
Nun greift Béralde, Argans Cousin, in den Gang der Handlung ein. Es gelingt ihm
wenigstens teilweise, Argan aus den Klauen der Mediziner zu befreien: Argan verweigert
Fleurant die Verabreichung einer von Purgon verordneten Medizin. Darob erzürnt,
zieht sich der Arzt empört zurück. Zum Trost für den schwerbetroffenen Argan meldet
sich neuer ein Arzt. Dieser ist kein anderer als die verkleidete Toinette. Nach dieser
grotesken Konsultation lässt sich Argan überreden, sich tot zu stellen, um so die Liebe
Bélines herauszufordern. Anstatt nun den Tod ihres Gatten zu beweinen, setzt Béline
alles in Bewegung, um an das beträchtliche Vermögen Argans zu gelangen. Angélique dagegen
vergiesst heisse Tränen. So belehrt, versöhnt sich Argan mit seiner Tochter. Einer
Heirat mit Cléante aber stimmt er nur zu, wenn dieser ein Medizinstudium aufnimmt.
Cléante stimmt zu, jedoch Béralde hat eine bessere Idee: Argan soll selbst Arzt werden,
denn keine "Krankheit würde sich wagen, einen Arzt zu belästigen".
Warum dieses Stück?
In "Der eingebildete Kranke" erreichte Molières Abneigung gegenüber den damaligen Ärzten
und ihren Disputen zwischen alter und neuer Medizin den Höhepunkt. Es ist ja auch sein
letztes Stück, er starb kurz nach der vierten Vorstellung, noch im Kostüm des Argan.
Aber nicht die Parallelen zwischen der Medizin des 17. Jahrhunderts und jener von heute
(die durchaus vorhanden sind) waren der Grund für die Wahl dieses Stückes, auch nicht
die Anmassung, Weltliteratur auf die Bühne zu bringen, sondern ganz einfach die Lust,
Sie geschätztes Publikum mit einer sehr guten Kommödie zu unterhalten. Von Mlolières
Stück existieren unzählige Fassungen, auch in Dialekt und unter andern Titeln. Wir
leiteten daraus das Recht ab, auch einige Änderungen anzubringen. So haben wir zum
Beispiel aus dem Bruder Béralde einen Cousin gemacht. Die Verschiedenheit der Dialekte
schien uns glaubwürdiger. Molièrekenner mögen uns verzeihen und die kleinen
Ungenauigkeiten mit einem Schmunzeln - oder noch besser mit herzhaftem Lachen -
übersehen.
Fredi Muggli (Regisseur)
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