De iipildet Chranki oder Le malade imaginaire(1999):


Komödie in 3 Akten
Dialektfassung von Peter Leu
Überarbeitet durch die Gossauer Bühne

Argan, ein Pariser Bürger, ist davon überzeugt, dass er schwer krank ist und in ständiger Todesgefahr schwebt. Sein Hausarzt Purgon und der Apotheker Fleurant bestärken ihn darin und beuten ihn nach Strich und Faden aus. Auch von seinen Familienangehörigen verlangt Argan, dass sie seine Krankheit ernst nehmen. Seine zweite Frau, Béline, scheint ihm diesen Wunsch vollends zu erfüllen. Doch das genügt ihm nicht. Am liebsten hätte Argan einen Arzt in der Familie. So beschliesst er, seine Tochter aus erster Ehe mit dem jungen Diafoirus, Doktor der Medizin, zu verheiraten. Doch Angélique liebt Cléante; standhaft weigert sie sich, den lächerlichen Mediziner zu ehelichen. Ihre Zofe Toinette unterstützt sie darin. Argan gerät über den Ungehorsam seiner Tochter in fürchterlichen Zorn. Béline mischt sich in den Streit ein, und bei dieser Gelegenheit stellt sich heraus, dass sie Argan nur aus Habgier geheiratet hat.
Inzwischen hat Cléante von der Gefahr, die der beiden Liebe droht, erfahren. Er schmuggelt sich als Musiklehrer verkleidet in das Haus Argans ein. Argan jedoch entdeckt die Maskerade und ist entschlossener denn je, seine Tochter mit dem Mediziner zu verkuppeln.
Nun greift Béralde, Argans Cousin, in den Gang der Handlung ein. Es gelingt ihm wenigstens teilweise, Argan aus den Klauen der Mediziner zu befreien: Argan verweigert Fleurant die Verabreichung einer von Purgon verordneten Medizin. Darob erzürnt, zieht sich der Arzt empört zurück. Zum Trost für den schwerbetroffenen Argan meldet sich neuer ein Arzt. Dieser ist kein anderer als die verkleidete Toinette. Nach dieser grotesken Konsultation lässt sich Argan überreden, sich tot zu stellen, um so die Liebe Bélines herauszufordern. Anstatt nun den Tod ihres Gatten zu beweinen, setzt Béline alles in Bewegung, um an das beträchtliche Vermögen Argans zu gelangen. Angélique dagegen vergiesst heisse Tränen. So belehrt, versöhnt sich Argan mit seiner Tochter. Einer Heirat mit Cléante aber stimmt er nur zu, wenn dieser ein Medizinstudium aufnimmt. Cléante stimmt zu, jedoch Béralde hat eine bessere Idee: Argan soll selbst Arzt werden, denn keine "Krankheit würde sich wagen, einen Arzt zu belästigen".

Warum dieses Stück?
In "Der eingebildete Kranke" erreichte Molières Abneigung gegenüber den damaligen Ärzten und ihren Disputen zwischen alter und neuer Medizin den Höhepunkt. Es ist ja auch sein letztes Stück, er starb kurz nach der vierten Vorstellung, noch im Kostüm des Argan. Aber nicht die Parallelen zwischen der Medizin des 17. Jahrhunderts und jener von heute (die durchaus vorhanden sind) waren der Grund für die Wahl dieses Stückes, auch nicht die Anmassung, Weltliteratur auf die Bühne zu bringen, sondern ganz einfach die Lust, Sie geschätztes Publikum mit einer sehr guten Kommödie zu unterhalten. Von Mlolières Stück existieren unzählige Fassungen, auch in Dialekt und unter andern Titeln. Wir leiteten daraus das Recht ab, auch einige Änderungen anzubringen. So haben wir zum Beispiel aus dem Bruder Béralde einen Cousin gemacht. Die Verschiedenheit der Dialekte schien uns glaubwürdiger. Molièrekenner mögen uns verzeihen und die kleinen Ungenauigkeiten mit einem Schmunzeln - oder noch besser mit herzhaftem Lachen - übersehen.

Fredi Muggli (Regisseur)