Januar 05, Tages-Anzeiger
Ein Wesen zwischen Sein und Nichtsein
Zum 24. Mal spielt die Gossauer Bühne mit viel Freude und Lust ein skurriles Stück über Sein
und imaginären Schein. Ein Pooka, ein Wesen der keltischen Mythologie in Gestalt eines imaginären
Hasen namens Harry, erscheint und treibt sein Unwesen mit seiner Rätselhaftigkeit zwischen
Wirklichkeit und Illusion.
Grundlegende Dimensionen wie Zeit und Ort können mit diesem Wesen überwunden werden - mit allen Konsequenzen für die Protagonisten des Theaterstücks. Er ist dem Protagonisten des Stücks, Eduard von Fischer, ein treuer Geführte, wenn es darum geht, mit ihm auf seinen Beizentouren dem Weisswein oder dem Pflümli zu frönen. Bezeichnenderweise trifft man den stets freundlichen Menschen von Fischer jedoch
nie in angetrunkenem Zustand. Er bleibt seinem Motto "Ich empfehle, immer freudlich zu sein..." treu, bleibt immer zuvorkommend und von umwerfendem Charme. "Mi Fründ Harry" ist ein Schauspiel mit einem Wesen mehr als in Wirklichkeit, das auf der Bühne in Erscheinung tritt. Erlebt man nicht immer wieder, dass etwas zu sein scheint, was nicht sein kann und doch sein könnte?
Ein lustvoll inszeniertes Theater - lebendig, hautnah, mystisch und gespickt mit viel Esprit. Immer neue humoristische Situationen garantieren dem Zuschauer ein Theaterstück, das oft vermitztes Lächeln hervorruft, ein Schauspiel, das jenseits jeglicher Realität angesiedelt zu sein scheint und trotzdem jederzeit tiefgründige Einsichten ind ie menschliche Seele vermittelt. Im Mittelpunkt stehen Sehnsüchte nach wahren Freundschaften.